Begrüßung

Ich, Lilia Alexandrowna Pedak, heiße euch auf dieser Seite herzlich willkommen.

Warum gibt es diese Seite? Die ganze neue Computertechnik war eigentlich ganz weit weg für mich. Aber meine jungen Freunde haben mich zur Eröffnung dieser Seite überredet mit einem ganz grundlegenden Argument – meine künstlerischen Arbeiten können Leute aus verschiedenen Regionen nicht nur unseres Landes, sondern der ganzen Welt sehen. Denn nicht alle können hierher an diesen abgeschiedenen Ort kommen, die Schönheit des Gebirges sehen und meine Ausstellung besuchen. Aber dank des Internets kann jeder so eine einzigartige Reise vollbringen und meine Arbeiten sehen, die durch die Großartigkeit des Altai und seine göttliche Vollkommenheit inspiriert sind. Für euch, meine Zeitgenossen und Nachkommen, mache ich mich jeden Tag an die Arbeit und nehme meine zauberhaften Fäden in die Hand, mit denen ich das Atmen des Lebens abbilde, die großartige Natur des Altai und die Einzigartigkeit der ihn besiedelnden Menschen.

 

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Mein fortgeschrittenes Alter erinnert mich an die Hinfälligkeit des Lebens. Die in die Vergangenheit entschwindenden Stunden, Tage und Jahre bestätigen mir schon seit langem die Nichtigkeit der Anhäufung von materiellen Dingen – man kann sie nicht in himmlische Welten mitnehmen. Nur das menschliche Gedächtnis erlaubt es, auf die Unsterblichkeit zu hoffen. Erinnert ihr euch, wie es bei Puschkin heißt? „Nein, ganz werde ich nicht sterben – die Seele in der geweihten Lyra / wird meine Asche überdauern und der Verwesung entfliehen … Und lange werde ich dem Volk dadurch teuer sein, / dass ich edle Gefühle mit meiner Lyra erweckte.“ Deshalb sollte man alles den Menschen hinterlassen: seine Kunst, sein Schaffen, seine Ideen. Deshalb kam in mir der Wunsch auf, meine Sammlung euch, meinen jetzigen und künftigen Besuchern und Verehrern, zu hinterlassen, euch, die ihr mich mit euren Ideen inspiriert und zu neuen Arbeiten anregt.

«Traktor. Altai und Russland zusammen

«Traktor. Altai und Russland zusammen “Rahmen, thread” Mackay “Stoff, die ganze Komposition 57х30х20, 2007 г.

Um die Sammlung meiner bereits vollendeten Arbeiten und Arbeiten, die noch auf Vollendung warten, zu zeigen, wurde von mir und meinen Freunden ein Ausstellungssaal entworfen, der sich gerade im Bau befindet. In Zukunft wird auf seiner Grundlage ein Museum der Volkskunst eröffnet, das seine Türen für alle Meister unserer Region öffnet. Hier wird es Ausstellungen geben, künstlerische Abende, Konzerte und Workshops. Hier können alle Künstler aus dem Altai in komfortablen und sicheren Bedingungen ausstellen.

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Es ist geplant, für Kinder und Erwachsene Studios verschiedener künstlerischer Ausrichtungen zu organisieren. Die Kinder können das Kunsthandwerk erlernen und sich die Grundlagen verschiedener schöpferischer Tätigkeiten aneignen, sie können lernen, ihre Region zu lieben und ihre Heimat. Ich hoffe, hinter den Mauern des Museums werden wohltätige Verkaufsausstellungen der Arbeiten von Kindern statfinden. Es ist ganz wichtig, dass Kinder sich von klein auf beachtet fühlen, dass sie mit Zuversicht in die Zukunft blicken können, schöne Dinge schaffen und, wenn sie selbst Meister sind, neue Kinder ausbilden.

Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass die Menschen mich mit diesen Ideen mit Elan und Schwung unterstützen. Völlig unerwartet fand sich ein Mensch, der unentgeltlich die architektonische Planung übernahm. Dieser Mensch ist meine ehemalige Schülerin Swetlana Schtschipunova, aus der eine ausgezeichnete Architektin geworden ist. Im Verlaufe eines Jahres entwickelte sie ein einzigartiges Projekt mit ungewöhnlichen Innenraumlösungen und schenkte es uns allen. Das hat mich sehr berührt.

Meine Freunde, die mich schon lange unterstützen, entschieden einmütig, mit diesem für meine Maßstäbe großartigen Projekt zu beginnen. Die Baustelle lief im letzten Sommer auf Hochtouren. Es wurde ohne Pause gearbeitet, weil es einen katastrophalen Mangel an Leuten gab. Gott schickte uns zwei junge Freiwillige – junge Leute aus St. Petersburg und Magnitogorsk, die gleichberechtigt neben den anderen arbeiteten. Auch ein junger Mann, der jetzt in Ust-Koksa lebt, half uns an den heißesten Tagen mit den Betonarbeiten. Im August kamen Studenten des Magnitogorsker Konservatoriums, die nach ihren Konzerten in den Dörfern hier mit den Erdarbeiten halfen. Einige Male arbeitete auf der Baustelle ein ehemaliger Afghane, ein toller Kerl, der in unserer Region auf Dienstreise war. Alle arbeiteten unentgeltlich und mit Enthusiasmus, weil sie verstanden, dass es für die Zukunft ist!

 

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Auch die Natur half uns – das Wetter war trocken und warm. Nur an seltenen Wochenenden – nach der Betonierung – regnete es. Nur nach dem letzten Betonguss traf uns der Frost. Am letzten Tag, dem 5. Oktober, als die Wärmedämmung am Erdgeschoss befestigt wurde, nieselte es, aber die Leute arbeiteten weiter. Erst am nächsten Tag goss es in Strömen, und dann schneite es. Zusammen mit den Bauarbeiten endete auch der Sommer. Die Bauarbeiter gingen, und auf dem Grunstück blieb das in die Höhe ragende fast vollendete Erdgeschoss zurück.

 

Die Besucher meiner Ausstellung, Touristen und Einheimische, halfen, wie sie konnten, mit ihren bescheidenen Spenden für das Museum.

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Ja, ich muss auch etwas zum Geld sagen: In diesem Jahr wurde der Bau von meinen bescheidenen Ersparnissen finanziert und vom Geld meiner Freunde, die auch selbst mit gearbeitet haben, und von den Spenden der Museumsbesucher. Dafür bin ich sehr dankbar, ohne diese Hilfe hätte wäre der Bau nicht so weit gekommen.

 

In diesem Jahr müssen wir die Betonierung der Mauern vollenden, Säulen errichten und das Dach decken. Neben der Hilfe von Freiwilligen brauchen wir auch finanzielle Unterstützung: für die Fortsetzung des Baues müssen Zement und Armierung gekauft werden. Für uns ist es nicht möglich, das allein zu finanzieren. Aber wir verstehen: wenn wir die wunderbare Zukunft nicht bauen, dann wird die Zukunft nicht wunderbar, und unser materieller Wohnstand wird den zerstörerischen Kräften unterliegen. Das müssen wir jetzt der Welt zeigen.

Deshalb rufe ich alle auf, sich an diesem edlen Vorhaben zu beteiligen – mit Worten, mit Taten und finanziellen Mitteln. Ich wende mich an alle, in denen ein Herz lebt, das unserem gleichklingt, unserem Aufruf zu folgen.

Ich danke allen, die mich in meinem Traum unterstützen, den Ausstellungssaal zu errichten, in dem meine Kunst weiter leben kann – der Architektin, den freiwilligen Helfern, den Besuchern. Ich verneige mich vor euch in tiefer Dankbarkeit!